Leidest du an Aufschieberitis? Du kriegst nichts geschafft? Oder fängst gar nicht erst an? Lest hier, wie ihr noch heute damit anfangen könnt Erfolgselebnisse zu sammeln.

Im heutigen Interview verrät uns Seminarleiter und Personal Trainer Heiko Edsen spannende Tipps aus seinem Programm „80% mehr“. Darin geht es darum negative Verhaltensmuster aufzubrechen und durch kluge Gewohnheiten zu ersetzen. In seinen Workshops schult der Experte in Persönlichkeitsentwicklung, Burnout-Vermeidung und besserer Work-Life-Balance.

Wie bist du dazu gekommen Seminare zum Thema Motivation zu geben?

Heiko Edsen: Ich war als Kind ständig krank und anfänglich sehr schlecht in der Schule. Aus diesem Mangel heraus habe ich angefangen zu forschen. Was kann ich tun, um meinen Nachteil auszugleichen? Irgendwann habe ich einige Prinzipien verstanden, die ich angewendet hatte. Bücher, Vorbilder und Workshops waren da eine tolle Hilfe!
Motivationsexperte Heiko Edsen aus Münster
Und da das eigene Ego auf Dauer nie wirklich befriedigt werden kann, kommt man recht schnell dazu, anderen helfen zu wollen. Es macht einfach Spaß, andere Menschen zu motivieren und zu inspirieren! Es war zunächst nur ein Hobby…

2003 hatte ich dann endlich den Mut, meinen festen Job als Underwriter bei der Hannover Rück zu kündigen, um mich selbstständig zu machen. Und zwar als Personal Trainer. Zur der Zeit konzentrierte ich mich noch auf das Eins-zu-Eins-Coaching.

Seit 2010 gebe ich Workshops. Seminare geben die Möglichkeit, mehr Menschen zu erreichen. Eigentlich geht es nicht nur um Motivation. Ziel ist es, die Lebensqualität massiv zu steigern – und das auf Dauer! Jeder von uns möchte eine hohe oder höhere Lebensqualität. Und das ist nur möglich, wenn wir motiviert genug sind, die richtigen Dinge zu tun. Aus der Motivation ziehen wir die Kraft, die Dinge jetzt zu tun, die uns auf lange Sicht glücklicher, erfolgreicher und gesünder machen.

Woher weiß ich, was mich motiviert?

Heiko Edsen: Stell dir die Fragen: Was würdest du tun, wenn du sicher Erfolg hättest? Wenn du keine Angst hättest?

Was würdest du machen, wenn du unendlich viel Geld hättest?
Wenn du dann ein Kribbeln im Bauch spürst, dann weißt du, was dich motiviert!
Aber Vorsicht! Manche Sachen müssen einfach getan werden und auch für diese Aufgaben sollten wir uns motivieren. Dabei müssen wir uns ein wenig austricksen…

Gibt es einen Tipp, den man noch heute anwenden kann, um seine Motivation zu steigern?

Heiko Edsen: Es gibt sogar viele! Zum Beispiel: Beginne mit kleinen Schritten. Nimm dir einen Baby Step vor. Etwas, was leicht ist und nicht lange dauert. Dann gibt es keinen Grund, es nicht zu tun.

Zum Beispiel: nur eine Minute eine körperliche Übung machen. Oder zwei Minuten aufräumen. Oftmals hören wir in unserem Kopf dann eine Stimme: „Lohnt sich das denn überhaupt?“ Wann immer ich diese Stimme höre, weiß ich, dass war der innere Schweinehund. Daher habe ich eine Regel für mich aufgestellt: Wenn ich diese Frage höre, stehe ich sofort auf und mache den entsprechenden ersten Schritt. Die Regel hilft mir, sich nicht zwischen Comfort-Zone und Aktivität entscheiden zu müssen. Am Ende lohnt es sich immer!

Der Vorteil dieser Regel und auch der Mini-Schritte: Wir kreieren Momentum! Sind wir erstmal in Bewegung, bekommen wir Energie und meist machen wir dann „von allein mehr“.
Wir kennen das alle: Die Angst oder der Schmerz der bevorstehenden Aufgabe ist häufig größer als die Realität. Wenn wir erstmal dabei sind, ist es alles nicht mehr so schlimm. Mein Klavierlehrer sagte früher: „Wenn du Energie haben willst, musst du Energie geben!“ Das scheint ohnehin ein Grundprinzip zu sein. Wer Respekt haben will, muss anderen Respekt zollen. Wer Liebe haben will…usw.

Gibt es Unterschiede sich im Job zu motivieren und sich für seine privaten Lebensziele zu motivieren?

Heiko Edsen: Ich glaube, die Unterscheidung hilft uns nicht. Wir sollten Job vom privaten nicht zu sehr trennen. Wir sind ein Mensch, der eine Vision hat, mit Werten und Zielen. Leisten müssen wir in beiden Welten. Und wir können auch beide Welten voller Freude genießen! Wichtiger ist es, dass Beruf- und Privatleben zusammenpassen.

Am Ende werden wir von Schmerz und Freude motiviert. Schmerz wollen wir vermeiden, Freude genießen. Egal ob zu Haus oder im Job: wenn wir zu demotiviert sind, um eine Aufgabe zu erledigen, liegt es meist daran, dass wir zu viel Schmerz erwarten und die Aufgabe lieber verschieben.

Unser Fehler: Wir assoziieren zu viel vermeintlichen Schmerz. Die Realität sieht ja später oft ganz anders aus. Unser Gehirn scheint die Zukunft nicht gut einschätzen zu können. Die Lösung: wir müssen uns umprogrammieren und mehr Schmerz mit der „Aufschieberitis“ verbinden. Und uns sofort „belohnen“, wenn wir eine Aufgabe direkt erledigen. So konditionieren wir unser Gehirn bis es irgendwann zur Gewohnheit wird, Dinge einfach zu tun.

Was sind die größten Motivationskiller im Alltag?

Heiko Edsen: Der Wunsch nach Perfektion kann uns schnell demotivieren. Niemand von uns wird jemals perfekt werden.

Besser: Einfach machen! Wenn wir hinfallen, sofort wieder aufstehen und daraus lernen. Dann geht’s weiter!

Es gibt keine Misserfolge, sondern nur Resultate die uns auf Kurs bringen. Die Angst vor Fehlern kann uns lähmen. Thomas Watson, der Gründer von IBM, sagte einmal: „Um erfolgreich zu werden, musst Du Deine Fehlerquote verdoppeln.“

Wir alle haben eine Menge Glaubenssätze, die uns hemmen. Das können Muster sein wie: „Ich bin halt dick und muss viel essen, damit ich denken kann“ oder „Oha! Computer Zeugs! Damit kann ich nicht umgehen, dass konnte ich noch nie!“ Viele Glaubenssätze haben wir von unseren Eltern, Lehrern und Freunde übernommen. Wir glauben ganz fest, dass das so ist. Wir können uns allerdings umprogrammieren und negative Glaubenssätze loswerden.

Grundsätzlich demotivieren uns Fragen wie: „Warum gerade jetzt?…Warum immer ich?“ Und sie nutzen niemandem. Wenn etwas passiert, was uns gerade nicht in dem Kram passt, fragen wir uns besser lieber: „Was kann ich daraus lernen? Wie kann ich das für mich oder für meine Mitmenschen nutzen?“ Das bringt uns sofort wieder auf Kurs.

Hast du in deinen Seminaren besondere Tricks oder Methoden, die du anwendest?

Heiko Edsen: Wenn ich selber an einem Workshop teilnehme und lange zuhören muss, werde ich schnell müde. Es fällt mir dann immer schwerer (vor allem nachmittags) den Inhalten zu folgen. Daher achte ich darauf, häufig bewusst kleine Breaks einzusetzen.

Zum einen sind das ruhige Momente von zwei Minuten Dauer, in denen der Teilnehmer seine Augen schließt und das gerade erfahrende reflektieren kann. Zum anderen nutze ich aber auch körperliche Übungen wie z.B. eine Aufrichtungsübung mit dem Thera-Band, damit die ganze Gruppe in Bewegung kommt und wieder wach wird. So bleibt der Tag spannend, unterhaltsam und abwechslungsreich. Es ist toll, wenn alle wach sind und Spaß haben! Aber das nutze ich hauptsächlich nur als Mittel zum Zweck. So können die Teilnehmer viel mehr mitnehmen.

Wie motiviere ich mich langfristig?

Heiko Edsen: Am besten machen wir täglich die kleinen Mini-Schritte, die sinnvoll sind, bis sie zur Gewohnheit werden. Du musst dich für das Zähneputzen kaum motivieren, da es eine Gewohnheit geworden ist. Wir müssen gar nicht mehr entscheiden, ob wir Zähneputzen oder nicht. Wir machen es einfach.

Was uns vor allem langfristig motiviert und Energie gibt, ist eine Vision. Der Mensch braucht eine „Mission“. Wir sollten uns unserer Werte klar werden und unsere Ziele kennen. Und uns die Fragen stellen: „Warum wollen wir diese Ziele erreichen? Was habe ich davon? Was haben andere davon?“ Wenn wir ein kristallklares Bild von unserer Vision haben, breitet sich dieses wie ein Schirm über unseren Alltag aus. Alles macht Sinn. „Hat man sein Warum des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem Wie.“ (F. Nietzsche)

Gibt es ein Motivationsbuch was du empfehlen kannst?

Heiko Edsen: Zur Zeit schreibe ich selber an einem Buch…daher kann ich es nur für die Zukunft empfehlen. Solange empfehle ich dir Antony Robbins „Das Robbins Power Prinzip“. Wenn du deine Woche besser planen willst, dann ist „Der Weg zum Wesentlichen“ von Stephen R. Covey auch ein Knaller!

Fazit: Es gibt wirklich viele Ansätze und Kniffe sich selbst zu motivieren. Das wichtigste dabei ist es, einfach anzufangen. Wenn dies in „Baby Steps“ geschieht, ist die Hemmschwelle gering und man erntet schnell Erfolgserlebnisse.

Tausend Dank an Heiko für das Interview und all die spannenden Tipps!

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